Interner Bereich

 

Naturparke werden im Landesnaturschutzgesetz als großräumige Gebiete mit besonderer Erholungseignung definiert. Sie werden in großräumigen Erholungslandschaften eingerichtet, um die Interessen des Landschafts- und Naturschutzes einerseits und die Erschließung für Erholungssuchende andererseits aufeinander abzustimmen.
Die Aufgabe des Natur- und Geopark Vulkaneifel ist laut Landesverordnung aber nicht nur die Pflege und Entwicklung seiner einzigartigen durch Vulkanismus und spezielle Landnutzungen entstandenen Landschaften, sondern auch eine nachhaltige Regionalentwicklung zu fördern. Ein weiter Schwerpunkt des Natur- und Geopark Vulkaneifel ist die Umweltbildung.

Landschaftspflegemaßnahmen am Weinfelder Maar angelaufen











Blick auf die Weinfelder Kapelle und die Freistellungen am Kraterrand des Totenmaares


Initiiert durch den im Frühsommer gegründeten Naturpark Vulkaneifel sind mittlerweile Landschaftspflegemaßnahmen am Weinfelder Maar angelaufen. An den Maarhängen, die früher durch Offenland und im Mai weitgehend durch die Ginsterblüte gekennzeichnet waren, wuchsen in den vergangenen Jahren Haselnuss- und sonstige Strauchbestände durch, die halboffenen Grünlandbestände werden dadurch mehr und mehr unterdrückt und die Aussicht auf das Maar wird genommen.

Wenngleich die Entwicklung zum Hochwald auf unbeweideten und unbewirtschafteten Flächen ein natürlicher Vorgang ist, entschloss sich die Natur- und Geopark Gesellschaft unter Hinzuziehung der Kreisnaturschutzbehörde zur großflächigen Entbuschung der Maarhänge. Eine abschnittsweise Bewirtschaftung der Hänge dient zugleich der Pflege des seltenen Niederwaldes in der Maarlandschaft. Die bei den Freistellungen anfallende organische Biomasse wird in Form von Hackschnitzeln in einem nahegelegenen Holzunternehmen, das schon sehr früh die Potenziale nachwachsender Rohstoffe erkannte, eingesetzt. Die zielgerichtete Entwicklung der Nutzungsmöglichkeiten von Biomasse soll zukünftig in der Praxis im Natur- und Geopark häufiger angewandt werden.










Forstunternehmer Tim Schwarzer, Landrat und Naturpark Vorsitzender Heinz Onnertz sowie Ulrich Buchs, Naturschutzbehörde und Dr. Andreas Schüller von der Naturpark-Geschäftstelle freuen sich über die Freistellung der Maarhänge


Ulrich Buchs von der Kreisverwaltung Vulkaneifel: „Seit Jahren erprobt die Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung effektive Strategien, die die Biotoppflege und Offenhaltung der Kulturlandschaft mit der energetischen Nutzung verknüpfen sollen. Hier wird das umgesetzt, was die Politik häufig als nachhaltiges Kreislaufwirtschaftsmodell beschreibt. Kreislaufwirtschaft mit Hilfe nachwachsender Rohstoffe ermöglicht hohe regionale Wertschöpfung. Die Förderung durch das Land versetzt uns in die Lage, diese Maßnahme großflächiger und effizienter als bisher zu betreiben und zudem von der bisherigen Praxis der umständlichen Beseitigung des anfallenden Materials abzurücken. Die Arbeiten wurden auch mit regionalen Naturschutzvereinigungen, Landwirtschaftsbetrieben und Gemeinden abgestimmt.“ Die praktischen Erfahrungen mit der Umsetzung dieser Maßnahmen, die derzeit durch das Forstunternehmen von Tim Schwarzer aus Schutz durchgeführt werden, können zukünftig richtungsweisend für weitere Arbeiten im Natur- und Geopark Vulkaneifel sein.



„Den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben und mit der Kulturlandschaftspflege und Entwicklung der Artenvielfalt zusammen zu führen, sind im Natur- und Geopark Vulkaneifel möglich“, zeigte sich auch Landrat Heinz Onnertz überzeugt, der die Arbeiten vor Ort in Augenschein nahm.