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Erstmaliger Nachweis einer neuen Art für die Eifel

Im Auftrag des Naturpark und UNESCO Geopark Vulkaneifel haben die Biologen Dr. Klaus Cölln und Andrea Jakubzik die Bienen- und Wespen-fauna und deren Lebensraum im Kylltal bei Birgel untersucht. Wildbienen und Wespen als besonders wichtige Bestäuber der Pflanzen unserer Kulturlandschaft gelten in ihrem Bestand gegenwärtig als gefährdet. Deshalb sucht der Natur- und Geopark nach Rückzugsräumen, in denen diese Tiergruppen in stabilen Populationen erhalten werden können.
Im Zuge dieser Bemühungen wurden die Biologen Dr. Klaus Cölln (Gönnersdorf) und Andrea Jakubzik (Köln) damit beauftragt, zwei Gebiete im Buntsandsteinareal östlich von Birgel zu untersuchen. Hierbei handelt es sich um das Heiderelikt auf der Hardt nördlich des Sportplatzes und den Einschnitt in den Burgberg, der bei der Realisierung der ehemaligen Bahntrasse Lissendorf – Hillesheim entstanden ist. Beide Flächen wurden von den Biologen vor mehr als zwei Jahrzehnten in intensiven Erfassungen als extrem artenreich kartiert. Die diesjährige Untersuchung ergab 98 Arten der Wildbienen und Wespen und blieb damit deutlich unter den Werten früherer Jahren. Dennoch wurden viele der für das Gebiet charakteristischen Vertreter weiterhin dokumentiert. Mit der solitären Faltenwespe Symmorphus murarius wurde sogar eine neue Art für die Eifel gefunden. Die Biologen sehen den Hauptgrund für den Rückgang der Artenzahl in der Verbuschung des Gebietes und empfehlen Pflegemaßnahmen, die dessen Beschattung minimieren. Darüber hinaus können Rohbodenflächen das Nistplatzangebot erhöhen. Auch der Erhalt von Heideresten als Relikte historischer Landnutzung und der Erhalt von Abschnitten historischer Verkehrswege tragen zum Schutz der Bienen- und Wespenfauna bei und machen darüber hinaus die Geschichte der Vulkaneifel für Bevölkerung und Gäste erlebbar.